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Waldfee Waldfee ist männlich
Koenig




Dabei seit: 17.07.2013
Beiträge: 755

24.09.2016 17:55
Die Unheimlichen Bücher - Eine kleine Einleitung
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Zwischen 1983 und 1985 brachte der Heyne-Verlag 30 Bände bei den Unheimlichen Büchern heraus. In den meisten Fällen handelt es sich dabei um Romane, lediglich drei Anthologien sind dazwischen zu verzeichnen. Unter der Ägide von Lektor Bernhard Matt wurden dem Leser hier vornehmlich Texte amerikanischer Herkunft präsentiert. Der Grund dafür wird im enormen Erfolg des anderen großen Amerikaners, Stephen King, zu suchen sein, der Bastei (und späterhin auch Heyne) recht üppige Auflagen bescherte. Da wollte man sich wohl mit ähnlich gelagerten Stoffen aus der gleichen Ecke an diesen Erfolg heranhängen. Ebenso naheliegend ist die Vermutung, dass man zu den amerikanischen Verlagshäusern bereits beste Kontakte hatte, denn schaut man sich das Programm der SF und Fantasy-Reihe aus dieser Zeit an, wird man feststellen, dass auch dieses aus ähnlichen Quellen bestückt war. Es musste auch nicht unbedingt brandaktuelles Material sein, so verirrten sich auch Texte in diese Reihe, die in ihrer Heimat bereits seit zehn Jahren am Markt waren, hierzulande bisher aber keine Beachtung gefunden hatten.

Die Texte waren dabei von höchst unterschiedlicher Qualität, das wird sich in einzelnen Rezensionen noch zeigen müssen. In der Vielzahl waren die Romane nicht unbedingt zimperlich. Das jeweilige Sujet legt das sicherlich schon mal nahe, dennoch war das Ergebnis mitunter doch weit jenseits guten Geschmacks und wandte sich allenfalls noch an Leser mit robusterem Sensorium. Die Palette bietet alles auf, was zum damaligen Zeitpunkt en vogue war: Sehr beliebt waren dabei Stoffe aus dem Medizin-Milieu (der Film Coma machte es vor), aber auch dämonische Besessenheit (vgl. Der Exorzist) und parapsychologische Themen (siehe Carrie et.al.) standen hoch im Kurs.
Ein weiteres Standbein bildeten Romane zum Film, also Nacherzählungen der Handlung von seinerzeit mehr oder weniger erfolgreichen Filmen.
Nicht zu vergessen die ein oder andere Satans-Sekte, die ebenfalls ihre Visitenkarte abgab.
Ein Roman der überaus talentierten Engländerin Tanith Lee mit seinem weltmüden, direkt der décadence entstammendem Personal sticht da förmlich als Fremdkörper hervor und ist den restlichen Texten dabei aber auch ansonsten in jeglicher Hinsicht überlegen.

Dem Interessierten präsentierten sich neben komplett hanebüchenem Unfug auch manch grundsolider Thriller, da ist es vom jeweiligen Geschmack abhängig, ob der Leser sich hier gut bedient fühlte. In der Rückschau konnte eigentlich wenig bleibenden Eindruck hinterlassen. Die Film-Bücher waren aus meiner Sicht durchweg unterirdisch. Mit John Saul hatte man zwar zumindest einen Autor, der fesselnd erzählte und seinen Romanen durchaus durch unerwartete Wendungen Spannung zu verleihen wusste. Hält man aber mehrere Texte des Amerikaners nebeneinander, so erscheinen sie letztlich doch recht gleichförmig. Dean R. Koontz erweist sich zumeist als zumindest stilistisch versierter als seine Kollegen, letztlich erscheinen seine Romane aber in einer gewissen Routine erstarrt und können dadurch manchem Leser schnell langweilig werden.

Dem Lesepublikum waren die gebotenen Stoffe wohl auch in ihrer Gesamtheit nicht überzeugend genug, denn nach nicht einmal zwei Jahren am Markt wurde die Reihe auch bereits wieder eingestellt. Manche Autoren wurden noch eine Zeit lang in Heynes Allgemeiner Reihe gepflegt, aber auch hier blieb der ganz große Wurf aus. Viele Texte bieten einen kurzweiligen Zeitvertreib (zum Beispiel als Lektüre für den Strand), aber in den meisten Fällen bleibt davon nicht allzu viel hängen. Und zu einem zweiten Durchlauf laden überhaupt nur die wenigsten Texte ein.

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"Rosebud" C.F.Kane

Dieser Beitrag wurde schon 1 mal editiert, zum letzten mal von Waldfee am 24.09.2016 18:59.

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Olivaro Olivaro ist männlich
Administrator


Dabei seit: 15.05.2013
Beiträge: 7459

24.09.2016 18:48
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Recht vielen Dank für diese großartige "Kleine Einführung".

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He stood in the cold, listening to the rain hiss faintly on the fallen leaves, wishing he could stand there forever, that time would cease its motion and this moment would never pass. (Darrell Schweitzer, Clocks)

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