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woodstock woodstock ist männlich
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Dabei seit: 29.11.2008
Beiträge: 11674

30.05.2016 20:36
Terra Fantasy Band 44: Die Stunde des Minotauren von Thomas Burnett Swann
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Ob Dryade, Zentaur, ArtemisbĂ€rin oder Minotaur - alle sind sie Geschöpfe der Großen Mutter, der ihre Verehrung gilt. Von Menschen unbehelligt, leben sie seit langer Zeit im kretischen Zauberwald. Doch der Tag kommt, da die Idylle der Tiermenschen jĂ€h gestört wird. Ein Heer fĂ€llt in Kreta ein. Es bringt Not und Tod ĂŒber die Insel und ihre Bewohner. Selbst den Zauberwald entweihen die Invasoren - und die Schar der friedlichen Tiermenschen tritt an zum Kampf um leben und Tod.


Verfasst von Thomas Burnett Swann

Originaltitel: Day of the Minotaur, 1976

Aus dem Amerikanischen von Lore Straßl

Titelbild von Manuel PĂ©rez Clemente Sanjulian

Erschienen im Februar 1978


Besonderheit: Weitere Geschichten von Minotaur sind unter der Nummer 34 erschienen.

__________________
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Dabei seit: 22.05.2013
Beiträge: 1823

08.10.2017 11:54
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Im Letzten Teil der Minotaur-Trilogie (von der auf Deutsch leider nur zwei BÀnde erschienen) schildert Swann die siegreiche Invasion der AchÀer der Insel Kreta.
Hauptstadt und Palast werden erobert und die beiden Königskinder Thea und Ikaros – inzwischen im jugendlichen Alter – werden gefangen genommen.
Ajax, der AnfĂŒhrer der AchĂ€er findet Gefallen an der exotischen Schönheit Theas, die ihren Ausdruck in den spitzen Ohren und dem zarten GrĂŒnschimmer ihres Haares findet.
Sie widersetzt sich aber erfolgreich den amourösen AnnÀherungsversuchen des Kriegers und gelangt auf ominöse Art und Weise in das Labyrinth des schrecklichen Minotauren, der auch nicht lange auf sich warten lÀsst.
Es ist natĂŒrlich Eunostos, den wir ja bereits aus dem VorgĂ€ngerband kennen und alles andere als schrecklich ist.
Er nimmt sich der beiden an und bietet ihnen Asyl in seiner Wohnstatt.
Im Gegensatz zum GeschwisterpĂ€rchen weiss er natĂŒrlich um ihre Abstammung, verschweigt sie den beiden aber.
Auch Eunostos findet Gefallen an der bezaubernden Thea, die ihn zunĂ€chst aber zurĂŒckweist.
Ihr Bruder Ikaros hingegen fĂŒhlt sich von dem Minotauren angezogen, der fĂŒr ihn zum vĂ€terlichen Freund wird.
Das Idyll wĂ€hrt aber nicht lange, denn die AchĂ€er unter FĂŒhrung des grimmen Ajax erstĂŒrmen den Zauberwald und die friedfertigen Tiermenschen sehen sich zum Kampf gezwungen, den sie eigentlich verabscheuen und dem sie folglich auch unterliegen.
ZunÀchst scheint alles verloren, bis sich das Blatt aber Dank Eunostos und Ikaros doch noch zum Guten wendet.

Auch in diesem Roman begegnen wir wieder einigen bekannten Figuren aus dem VorgÀnger, aber auch neuen Charakteren wie der putzigen und scheuen ArtemisbÀrin Pandia.
Auch die Dryade Zoe ist wieder mit dabei, spielt allerdinge nur eine Nebenrolle.
ErzÀhlt wird die Geschichte nÀmlich diesmal nicht von ihr, sondern von Eunostos selbst.
Der Roman ist noch verspielter und mÀrchenhafter als sein VorgÀnger, stellenweise aber auch herzzerreissend.
Man mĂŒsste schon ein AchĂ€er sein, um nicht ohne einem Kloß im Hals die Stelle zu lesen, in der der Schlacht einige liebgewonnene Figuren nach heroischem Einsatz zum Opfer fallen.
Swann zeigt in diesem Roman auch einen augenzwinkernden und subtilen Humor, wenn er etwa Theas typisch weibliche Eigenheiten leicht ĂŒberzeichnet beschreibt, und wie der gute Eunostos ihr zuliebe klein beigibt.
Herrlich die Szene als sie ihm ein Gewand nÀht und er sich hineinzwÀngt, obwohl es ihm hinten und vorne nicht passt.
Lediglich Eunostos Idee zur Überlistung der AchĂ€er ist an den Haaren herbeigezogen und unglaubwĂŒrdig, aber schließlich handelt es sich hier ja um Fantasy Augenzwinkern

Störend und seltsam an der deutschen Version ist allerdings der Teil, in der sich das Geschwisterpaar nach der Auseinandersetzung mit Ajax plötzlich in der Höhle des Minotauren wiederfindet.
An dieser Stelle ist der Übergang nicht plausibel und abrupt.
Fast hat man den Eindruck, hier wĂ€re beim Übersetzen etwas unter den Tisch gefallen.

Den Abschlußband seiner Minotaur-Trilogie schrieb der Autor im Jahre 1966, also bereits bevor die beiden VorgĂ€ngerbĂ€nde erschienen waren.
Das Cover der Erstausgabe stammt von Gray Morrow.
1977 erschien der Roman noch einmal bei Mayflower und hatte ein Cover von Peter Andrew Jones.
Das Bild wurde aber vom Verlag fĂŒr den VorgĂ€nger „Der Letzte Minotaur“ verwendet.
Das vorliegende Terra Fantasy Taschenbuch ziert stattdessen ein Bild des KĂŒnstlers Sanjulian.
Eigentlich unpassend, da es schließlich einen Zentauren zeigt, und keinen Minotaurus.
ErwĂ€hnenswert ist auch die etwas seltsame Anatomie der geschulterten Dame…

Das Buch liest sich flĂŒssig und ist spannend bis zur letzten Seite, man ist nur enttĂ€uscht, dass es mit dem Lesespaß schon vorbei ist!
Fazit: ein rundum gelungenes StĂŒck mĂ€rchenhafter Fantasy, das man auch ohne Kenntnis des VorgĂ€ngerromans genießen kann.

Ich vergebe 5 von 5 Honigkuchen

Das Originalcover von Morrow:



Das Originalcover von Jones:



Das Sanjulian-Bild wie es fĂŒr eine Trading-Card verwendet wurde::

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https://www.facebook.com/Ringos-Buch-und-Kunstecke-1242141035869037/

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