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John-Sinclair-Forum ::: Gruselroman-Forum » Roman-Serien » Professor Zamorra » PZ1001-heute » Band 1168: Schatten über Torun
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Michael Michael ist männlich
Administrator




Dabei seit: 22.11.2007
Beiträge: 4681

06.03.2019 21:19
Band 1168: Schatten über Torun
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Polen, 1944
Die Wehrmacht verfolgt bei Thorn eine versprengte Widerstandsgruppe der polnischen Heimatarmee. Es ist nur noch eine Frage der Zeit, bis sie die schlecht bewaffneten, ausgehungerten und völlig erschöpften Männer und Frauen erreicht haben. Deren Todesurteil steht bereits fest. Die Fliehenden halten auf ein kleines, aber dichtes Wäldchen zu, zögern aber aus unersichtlichen Gründen, bevor sie zwischen den Bäumen Schutz suchen. Die Deutschen sind verwundert. Und noch irritierter sind sie, als die Polen mit Entsetzen im Blick wieder aus dem Wäldchen herauskommen – und direkt den Deutschen in die Arme laufen. Was kann so erschreckend sein, dass die Widerstandskämpfer den sicheren Tod vorziehen?

Geschrieben von Andreas Balzer
Erscheinungstag: 5.3.2019

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Wenn die Süße des geringen Preises verflogen ist, die Bitterkeit minderer Qualität wird bleiben.

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115614
Spätaufsteher Sptaufsteher ist männlich
König




Dabei seit: 17.06.2017
Beiträge: 842

12.03.2019 14:42
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Der Roman hat mir gut gefallen. Spannung, Atmosphäre und ein interessanter Schauplatz sorgten für einen kurzweiligen Lesespaß. Mit den polnischen Namen und Begriffen hätte man vielleicht etwas sparsamer umgehen können. Bei manchen Namen habe ich einen Knoten in die Zunge bekommen und mächtig gespuckt. Welcher Nicht-Pole kann sowas bitte sprechen? groes Grinsen

Es gibt die nächste Amulettkopie, aber dieses Exemplar verbindet sich zusätzlich mit den dunklen Mächten des Waldes. Es gibt also schon etwas Abwechslung, auch wenn alle Kopien nach wie vor böse zu sein scheinen. Zamorra bekommt es auch nicht in die Hände, sondern es schießt in den Himmel und ist verschwunden. Dadurch bietet sich immer noch keine Gelegenheit mal eine Kopie näher zu untersuchen. Bin mal gespannt wie und wann man da eine Wendung ins Thema bringt.

Was mir nicht gefällt, sind die politischen Themen. Das kann man mal machen, aber einige Autoren bringen es in jedem Roman. Das macht auf mich immer einen belehrenden Eindruck. Man muss dem dummen Leser sagen, was er über diese und jene Politik zu denken hat, welche Haltung er bei Umweltthemen einzunehmen hat etc.
Sicherlich gibt es Leser, die sowas mögen. Dazu gehöre ich nicht.

7/10 Amuletten

Das Cover gefällt mir nicht. Unten rechts sieht man übrigens Christian Lindner mit dunkler gefärbten Haaren.

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115765
Icho Icho ist männlich
Eroberer




Dabei seit: 18.02.2018
Beiträge: 63

12.03.2019 17:55
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Der Spätaufsteher hat eigentlich schon alles gesagt zu diesem Roman.
Was die politischen Themen angeht: prinzipiell habe ich nichts dagegen wenn ein Autor in seinen Romanen etwas einfliessen lässt..diesmal fand ich es leider etwas too much.
Aber seltsamerweiser bezog das Heft seinen wirklichen Horror für mich persönlich, genau aus diesem Grund.
Deshalb tue ich mich einer objectiven Bewertung etwas schwer.
Das Heft lies sich flüssig und rasant lesen, aber halt etwas too much Politik.
Eine 6 wäre zu wenig, dafür hat mir der Schreibstil und die Story zu gut gefallen....8 wäre zu viel.
Macht 7/10 Amuletten von meiner Seite

__________________
PR, PZ, MX und quer durch den Grusel-Garten
Racing is life, anything that happens before or after is just waiting

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115767
Das Gleichgewicht Das Gleichgewicht ist männlich
Team




Dabei seit: 24.09.2008
Beiträge: 9056

15.03.2019 20:46
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Jeder ist mal dran, also darf nun auch Andreas Balzer einen Amulettkopie-Fall der Woche beisteuern. Er beginnt etwas überfrachtet mit einem Absatz im Spätmittelalter, einem Text in der Nazizeit. Danach drei Geschichtsstudenten in der Gegenwart und nochmal ein chinesischer Student, seinen Eltern und seiner Freundin.

Aber all diese Elemente sind wichtig für die Handlung. Ich hatte beim Heftteaser mehr Vergangenheitspassagen vermutet, die sich um die Nazizeit drehen. Ein heikles Thema, aber da PZ eine sehr historienträchtige Serie ist, hätte ich mir das gern angeschaut.



Normalerweise werden die Finder der Amulettkopien langsam mit dem Bösen infiziert und wandeln sich über einen längeren Zeitraum mit viel Fingerspitzengefühl der Autoren. Gut, es gab eine Ausnahme, als eine Trägerin bewusst vom Amulett gelenkt wurde, um gewisse Ziele zu erfüllen. Aber auch das hat Jahre gedauert. Der Geschichtsstudent Janusz wird jedoch sofort übernommen und böse gemacht.


„Aber Polen hatte sich verändert. Und auch in Toruń war das deutlich spürbar. Wie in ganz Polen brachen sich Fremdenfeindlichkeit und Nationalismus auch hier immer ungehemmter Bahn.“

Und Janusz ist so jemand. Er hat nicht nur abstoßende „ultranationalistische Ansichten“, sondern ist auch Stalker und reagiert auf Ablehnung direkt mal mit einer toten Katze vor der Haustür seiner Angebeteten.

Das erklärt, warum er direkt übernommen wurde. Er muss schnell vom ekelhaften Rassistenarsch zum Oberbösewicht-Rassistenarsch mutieren. Als erstes verwüstet er ein chinesisches Restaurant und greift die Familie des anderen Studenten an. Dabei haut er natürlich den ein oder anderen Klischeerassistenspruch raus.

In der Vergangenheitsszene haben die Rauchtentakel der Amulettkopie ihre Opfer getötet, plötzlich werden so Leute hypnotisiert und zum wütenden Rechtsmob, der Janusz unterstützt.

Auf den weiteren Seiten wird dann noch ein paar mal fallen gelassen, wie fremdenfeindlich Polen ist. Immer druff mit der Message, damit es auch der begriffsstutzigste Leser mitbekommt! Die chinesische Familie hat jedenfalls Kontakt zu den Neun Drachen. Das heißt für den Leser, dass aus dem Pool der vielen Nebenfiguren, die viel zu selten einen Auftritt haben, Chin-Li mithelfen darf. Das freut mich, ich mag die taffe Kriegerin.

Währenddessen ermittelt auch die Polizei. Janusz verhält sich zwar arrogant und total unsympathisch (muss er ja, als Klischeerechter), man kann ihm aber nichts direkt nachweisen und muss ihn wieder laufen lassen. Dabei plant er insgeheim, noch mehr Menschen zu kontrollieren, um sich eine kleine Armee aufzubauen. Also hat das Amulett ihn gar nicht böse gemacht? Ist der Träger dieses mal überhaupt nicht unter dem Einfluss des Schmuckstücks? Er ist schon immer ein Psychopath gewesen. Äh, ich meine natürlich Nationalist, aber das ist ja das gleiche. Im nächsten Wirtshaus übernimmt der Student dann weitere Menschen, während er eine kleine Hasspredigt hält.

Inzwischen ist Chin-Li in Toruń eingetroffen und kann versuchen, den Jungen aufzuhalten. Dabei leidet sie unter dem gleichen Phänomen wie viele Heftromancharaktere. Sie will keine Zivilisten mit auf ihre gefährliche Mission nehmen, aber weil die nicht sofort einwilligen, sondern doch unbedingt mit möchten, lässt sie sich direkt beim ersten Widerwort darauf ein. Außerdem offenbart sie sich ihrer neuen Begleiterin erschreckend schnell und ehrlich und beantwortet deren Fragen. Wie wohl ihr Geheimbund darüber denken würde?

Sie statten einem Antiquar einen Besuch ab. Der hat Janusz erst auf die Spur des Amuletts gebracht. Dabei kommt die Sprache auf den „weitverbreiteten Minderwertigkeitskomplex“ der Polen und wie sie ihre ruhmreiche Nation besonders herausstellen wollen. Jetzt reicht es aber mal langsam! Das ist schon Beleidigung. Außerdem, dass Fremdenhass falsch ist, ist eine Botschaft, die man als solche nicht bestreiten kann. Ob ein wenig Nationalstolz schändlich ist, steht auf einem ganz anderen Blatt. Andreas Balzer mag es sich vielleicht nicht vorstellen können, aber man kann seine Heimat lieben und trotzdem Fremde mit offenen Armen aufgeschlossen willkommen heißen. Sorry, jetzt fange ich auch schon an, meine persönliche Meinung in der Rezi unterzubringen. Das gehört sich nicht!

Zamorra wird derweil in Berlin von einem nervigen Vertreter eines „großen deutschen Privatsenders“ belästigt, der ihn und Nicole unbedingt in einer Show ausschlachten will. Der Autor schaut lieber gute ÖR Sender, als Privat-TV. Ich habe es begriffen. Noch irgendwas, das Andreas Balzer dem Leser mitteilen möchte? Er erhält einen Anruf von Chin-Li, die ihn um Hilfe bei der Sache bittet. Warum muss Zamorra so oft dabei sein? Gerade bei PZ sind die Nebenfiguren auch allein sehr stark. Gut, das ist wohl Geschmackssache.

Nun sucht Janusz mit zwei manipulierten Freunden den Antiquar auf und fragt ihn aus. Dabei wird er von Chin-Li überrascht. Es stellt sich heraus, dass die Menschen nicht nur übernommen wurden, sondern jetzt direkt mit dem Keim des Bösen infizierte Monster sind, die nicht mehr zu retten sind. In den Kampf mischen sich überraschend Zamorra und Nicole ein, die inzwischen sehr fix in Polen angekommen sind. Und aus irgendeinem unerklärten Grund wissen, wo gerade die Post abgeht. Der Nazistudent zieht sich erstmal zurück.

Die Helden suchen kurz den Fundort des Amuletts auf, dann geht es zurück nach Toruń für das Finale. Inzwischen hat Janusz die ganze Stadt zu seinen telepathischen Sklaven gemacht. Man stellt sich dem „nationalistischen Studenten“ (das Adjektiv ist ganz wichtig und muss ständig verwendet werden, damit der Leser weiß, worum es Balzer eigentlich geht) entgegen. Was er nicht weiß, ist dass man ein paar alte Schriften mit magischen Zeichen gefunden hat, mit denen man nun Chin-Li's Schwert präparieren konnte. So kann die ihn in einem Überraschungsmoment töten. Und die Leute sind wieder frei. Offenbar wurden sie diesmal nicht vom Keim des Bösen übernommen und sind nun Monster. Ah, ok.


Wie man vielleicht inzwischen mitbekommen hat, mag ich meine Unterhaltungsliteratur nicht mit persönlichen Meinungen und Botschaften des Autors versetzt. Ich muss aber zugegeben, das hätte dieses mal für die Geschichte schon Sinn gemacht. Wenn man es vorsichtig mit Fingerspitzengefühl einfließen lassen hätte. So nach dem Motto, Janusz ist eben Rassist. Wie ein normales Motiv, von dem das Amulett zehren kann. Faktisch zwingt der Autor dem Leser die Thematik aber total übertrieben auf.


Zwei Gedanken dazu, die nicht unbedingt mir dem Roman zu tun haben. Erstens, auf einer solchen Ebene wird man es nie schaffen, mit den Leuten ins Gespräch zu kommen und sie vielleicht zur Vernunft zu bringen. Und wenn es einer von fünfzig ist, war es das wert. Ich weiß wovon ich spreche, wenn ÖR Satiresendungen mal wieder über den dummen Sachsen-Wutbürger abgelästert wird, das fördert sicher einen vernünftigen Dialog. Alt

Zweitens sind nicht solche Arschlöcher die Gefahr, sondern der Wolfs im Schafspelz. Der sich charmant und freundlich gibt, der auf den ersten Blick scheinbar schlüssige Argumente hat.

Das gehört nicht hierhin, ich konnte es mir aber echt nicht verkneifen. Weitere Gedanken dazu schon, ich bin ja still.




Persönlich hat mich der Roman alle drei Seiten aufgeregt, weil Balzer wieder etwas eingestreut hat.
Aber schauen wir mal. Eine mittelmäßige Amulettgeschichte der Woche. Dass Chin-Li mitspielte gibt von mir Pluspunkte, der Umgang mit dem Fremdenhass-Thema auf diese Art dafür Minuspunkte.

groes Grinsen groes Grinsen groes Grinsen groes Grinsen Baff Baff Baff Baff Baff Baff (4 von 10 Amuletten), ich würde gern weniger geben.


PS. Auf der Leserseite nochmal sowas. Die Machtgier des Deutschritterordens und sein Handeln wird sehr einseitig betrachtet. Wer möchte, kann sich gern selbst mal informieren, aber so klare Bösewichte sind die nun echt nicht gewesen.



edit: Beruhigend, dass meine Vorredner das auch so sehen. Ich weiß, dass ich etwas empfindlich auf sowas reagiere.

__________________
Aktuelle Lesereihenfolge:

1. Professor Zamorra
2. Maddrax
3. John Sinclair

4. Dämonenkiller (pausiert bis die Neuauflage aufgeholt hat, was ich aber garantiert nicht solange aushalten werde)

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115865
Sheila Conolly Sheila Conolly ist weiblich
König




Dabei seit: 24.06.2009
Beiträge: 866

28.03.2019 15:18
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Die Story baut auf den geschichtlich belegten Ereignissen um die Deutschordenburg Thorn auf.
Doch dann wird sie um eine magische Komponente erweitert, was mir sehr gut gefallen hat.
Es passte irgendwie total und mich hätte nicht gewundert, wenn ich beim googeln auch auf mystische Überlieferungen gestoßen wäre ...
Ach ja, googeln ... ich weiß nie, was ich machen soll: lese ich die LKS zuerst, kann's sein, dass ich mich spoilere ... lese ich sie erst hinterher, hab ich quasi was verpasst^^
So wie hier. Als ich mit dem Lesen begann, hab ich natürlich den Dreizehnjährigen Krieg und die Burg gegoogelt. Hätte ich zuerst die LKS gelesen, wäre das überflüssig gewesen, denn dort stand bereits alles super beschrieben und sogar ein Bild der Burgruine war dabei. Toll!
Aber irgendwie hab ich's noch nicht ganz raus, wann ich die LKS nu lesen soll ... vor'm Roman oder nachher^^ groes Grinsen

Na jedenfalls hatte mich der Roman ab der ersten unheimlichen Begegnung am Waldrand in seinen Bann gezogen und ich wollte ihn nicht mehr aus der Hand legen. Leider musste ich das und das war echt ätzend. An einer spannenden Stelle gezwungenermaßen aufzuhören ist echt fies!
Das war nämlich, als der alte Wojciech nächtlichen Besuch bekam ...

Aber mal von vorne ...
Der wissbegierige und an der Geschichte der Stadt Torun interessierte Janusz Karewicz sucht, gezwungenermaßen mit den Kommilitonen Tomasz und Bogdan, nach einem angeblichen magischen Schatz, mit dem die Ordensritter damals ihre Macht erlangt haben sollten. Dieses Wissen hatte er vom alten Antiquar Wojciech Kozaczuk, der seltene Dokumente über die Geschichte Toruńs besitzt ... und ganz nebenbei auch noch ein persönlich anwesender Zeuge der damaligen Geschehnisse war!! (Fand ich super eingebaut, die Geschichte des siebzehnjährigen Knaben, der nur knapp der Exekution durch den deutschen Hauptmann entkam und dann miterlebte, was da unheimliches im und am Wald geschah!)
Die drei werden im unheimlichen Wald auch fündig und Janusz verleibt sich das Amulett quasi ein, während die Schriftrollen, die der Silberscheibe beilagen, achtlos liegengelassen werden ...
Dass genau mit dieser Aktion, die Papiere liegen zu lassen, der Grundstein für Zamorra gelegt wurde, eine Lösung zu finden, fand ich schön durchdacht.

Dann zu Janusz selbst. Das Amulett brauchte oder suchte ja einen Träger.
Die Soldaten in der Vergangenheit wurden obgleich ihrer Taten direkt getötet, weil ich vermute, dass es mehr diese "Waldmagie" war, die dort schon vorher existierte.
Als Janusz das Amulett ausgrub, hatte er ja die Absicht es zu finden, er war auf der Suche danach ... was die Soldaten nicht waren. Sie hatten die Absicht, weiter zu töten.
Janusz hatte es bereitwillig gesucht und wurde wahrscheinlich genau deshalb, zusammen mit seinem puren Fremdenhass zum neuen Träger.
Außerdem kommt mir der Name Janusz eh so vor, wie "Janus/der Janus-Kopf" ... der Student hatte ja auch irgendwie zwei Gesichter. Einmal das des unscheinbaren, eigenbrötlerischen Studenten und dann das des Menschenhassers, der alle beherrschen will, um den Personen, gegen die er etwas hatte, zu schaden. Er passte also ziemlich gut ins Schema der Amulettkopie, weshalb das Teil ihn wohl auch nicht gleich getötet hat ...

Janusz greift dann auch gleich eins seiner "Zielobjekte" an, die er so hasst: den Chinesen Aang Cheung und seine Familie. Außerdem ist Aangs Freundin Alicja noch dabei, in die er selbst verliebt ist. Doch die will von ihm nichts wissen, also drohte er auch ihr. Ganz nach dem Motto: kann ich dich nicht haben, soll dich niemand haben.
Der neue Amulettträger attackiert das Restaurant, das den Cheungs gehört, mit seinem Amulett an, aus dem Rauch-Tentakel schießen und die Bude kurz und klein schlagen, sowie Aang schwer verletzt ins Krankenhaus befördern.
Alicja berichtet der Polizei, was sie gesehen hat. Komisarz Policji Jurek Daniec bleibt skeptisch, erfährt aber im Laufe der Story am eigenen Leib, dass es wohl doch der Wahrheit entspricht, denn auch sein Kollege Kamil Przybecki gerät in den Bann des Bösen ...

Währenddessen haben sich die Cheungs entschlossen, die Neun Drachen zu kontaktieren. Und an der Stelle war ich stolz wie Oskar, weil ich mich an die Neun Drachen erinnerte groes Grinsen
Wenn mich nicht alles täuscht, war da mal was mit Kämpfen mit Tentakelviechern und so ... im Rahmen des PZ/JS-Crossis müsste das gewesen sein ... ?!
Jedenfalls ist dann auch Chin-Li mit von der Partie und nachdem sie zusammen mit Alicja erfahren hat, dass alles mit einem Schmuckstück, einer Silberscheibe zu tun hat, kontaktierte sie auch Zamorra. Der war grad gar nicht weit weg, sondern weilte mit Nicole in Berlin, das nur ein paar Autostunden entfernt ist ...

Nachts taucht Janusz mit seinen zu animalisch wirkenden Geschöpfen degradierten Kommilitonen bei Wojciech auf und wollte wissen, mit wem der alte Mann über was gesprochen hat.
Im richtigen Moment greift Chin-Li ein und kann ihn somit retten.
Doch dann muss sie sich dem Amulettträger stellen, der sie mit den Rauchtentakeln attackiert.
Anfangs kann sie sich noch selbst helfen, was ich spannend und echt gut geschrieben fand.
Allerdings fährt Janusz anschließend volle Geschütze auf und Chin-Li bekommt unerwartete Unterstützung: Zamorra und Nicole sind eingetroffen!
Den Satz von Zamorra "Ich hoffe, wir kommen nicht ungelegen..", gerade in der Situation, fand ich sehr gelungen smile

Zamorra, Nicole, Chin-Li, Alicja und Wojciech machen sie zusammen auf den Weg zum Wald, wo das Unheil begonnen und Janusz seine Macht erhalten hat.
Dort finden sie allerdings nicht ihn, sondern noch anderes. Die zum Amulett-Schatz dazugehörigen Schriftrollen in der Truhe, Erkenntnis und eine wohl schon immer dagewesene Waldmagie!
Den darauffolgenden, dämonischen Angriff des Waldes und seiner Magie, die vom verbuddelten Amulett verseucht wurde, fand ich echt klasse ge- und beschrieben und es hat mordsmäßig Spaß gemacht, das zu lesen smile

Der eigentliche Showdown fand dann aber in den Ruinen der Ordensburg statt. Wo hätte es stylischer und logischer auch sonst passieren sollen? smile
Zamorra und Co haben sich bestens vorbereitet und da muss Janusz dann doch den Kürzeren ziehen.
Sehr gelungen fand ich da auch wieder folgende Szene:
Chin-Li griff nach den Schwertern, zog sie aus Janusz' Brust und schlug ihm den Kopf ab. "Er redet zu viel", sagte sie.
Herrlicher Abschluss! groes Grinsen Daumen_hoch

Gut fand ich generell, dass es mal wieder ein Roman war, in dem eines der Amulettkopien auftauchte und das auch eine tragende Rolle spielte. Soll heißen: man hat etwas über seine Wirkungsweise erfahren, dass es Leute nicht nur tötet, sondern sie auch manipulieren kann und der Träger wiederum andere Menschen damit unter seine Knute zwingen kann. Es kann im Körper verschwinden und wieder hervorgeholt werden. Zudem konnte diese Amulettkopie sich ja augenscheinlich auch mit einer bereits bestehenden Magie (hier die Waldmagie) verbinden.
Außerdem hat man erfahren, dass es entweder zeitreisen kann oder es noch mehr Kopien gibt, als die aus der Truhe auf Haiti ...
Man, ich find das voll spannend und bin immer noch uneins, ob ich jetzt allmählich wissen will, was es mit den Kopien auf sich hat (ob sie z.B. doch alle zeitunterschiedliche Originale sind, die durch einen Riss (oder pure bösartige Absicht) im Raum-Zeit-Kontinuum eben zusammen in der Truhe landeten^^) oder ob ich erstmal noch weitere, so schön spannende Stories über die auftauchenden Silberscheiben lesen will .... böser Zwiespalt!! groes Grinsen

Was das Politische angeht ... also entweder hab ich das verdrängt, überlesen oder nicht als solches angesehen, denn bis auf die erklärenden geschichtlichen Passagen am Anfang, wo man die politische Meinung der Protagonisten erfährt, hab ich da nichts gefunden, das nicht speziell auf die Story hier gemünzt wurde. Es steht fast nichts im erzählenden Teil oder stellt mit erhobenem Zeigefinger die Meinung des Autoren dar, sondern spiegelt mehr das wider, was die Protagonisten dachten und denken und zwar in Situationen, in denen es eben sehr aktuell war!
Später gibt's dann eben noch dieselbe Meinung von Janusz, der sich wohl zu sehr ins Geschichtsstudium stürzte und quasi auf dem Level, wo das alles stattfand, stehenblieb. Er hat nicht gelernt, dass man sein Land lieben UND fremde Leute tolerieren kann.
Die Lokalgeschichte, die er erforscht, hat dann aber auch einen kleinen Mini-Kontrast oder sogar Widerspruch zu seinen Ansichten ... oder man muss es so sehen, als ob er den verhassten toten Fremden die Sachen klaut, um Gleiches mit Gleichem zu vergelten ... Auge um Auge, Zahn um Zahn, Amulett um Amulett ... ?!
Janusz hasste ja alles Fremde und auch die fremden Ordensritter.
Wieso schnappt er sich das Schmuckstück ausgerechnet von dem verhassten, deutschen Ordensritter, der das Amulett damals getragen hat? Er hasste ihn und das, was er und seine Kollegen getan haben doch abgrundtief?! Und mit dem, was er tut, sich selbst über die Bürger Polens stellen, ihnen SEINEN Willen aufzwingen, etc. ... das ist doch im Grunde dasselbe, das er den Deutschordenrittern anlastete, bzw. jedem Fremden unterstellt, der sich in Polen niederlässt ... ?! Zwar kann er mit der Macht des Schmuckstücks auch den verhassten Leuten, z.B. seinem chinesischen Kommilitonen und dessen Familie schaden, aber er greift ja auch Wojciech, Alicja, sowie die Bewohner Toruńs an, seine Landsleute und Mitbürger ...
Aber da greift dann wohl der Bann, bzw. die Macht, die der Silberscheibe inne wohnt und die stellt sich auch über Janusz' Gesinnung, oder eher, sie verstärkt die ausschlaggebenden Elemente davon, um ihn zum passenden Werkzeug zu machen ...
Die Bürger damals hatten sich mittels eines Hinterhalts in die Burg geschlichen und die Macht der Silberscheibe mit Schutzsymbolen gebannt. Aber dann mussten sie ja gewusst haben, um welche/wessen Macht es sich ging, also was genau für eine Macht in der Silberscheibe steckte, damit sie sie bannen konnten ...
Denn ohne seinen Gegner oder den "Virus" zu kennen, kann man ihm ja nicht beikommen ... ?!
Und da Zamorra ja die Schriften gelesen hatte, die zusammen mit dem Amulett vergraben wurden, müssen sie doch zumindest erfahren haben, gegen wen oder was sie die Bannzeichen auf die Schwerter gelasert haben ... oder nicht? Und dazu dann noch folgende Überlegung: wenn sie jetzt schon Bannzeichen gegen eine Amulettkopie haben, dann sollten sie sich die merken ... falls ihnen noch weitere Kopien unterkommen ... Augenzwinkern groes Grinsen

Jedenfalls stellt sich mir nun mehr denn je die Frage, was für eine oder eher wessen Macht dann in jeder einzelnen der Amulettkopien aus der Truhe von Haiti steckt?
Auch mit den polnischen Namen hatte ich keine großen Probleme, ich find's sogar eher schön, wenn Stories in einem anderen Land spielen und dann eben auch die lokalen Namen dafür benutzt werden.
Jeden Namen einfach dreimal aussprechen, wenn man ihn das erste Mal nur holprig über die Zunge/durch die Gedanken bringt und dann klappt das schon^^ Augenzwinkern
Wenn ich da was zu bemängeln hätte, dann höchstens die polnische Bezeichnung für "Polizeikommissar", die hätte da dann ruhig in deutsch stehen können ... oder war der Begriff "Antiquar/Archivar" auch polnisch? Augenzwinkern groes Grinsen
Für diesen Roman gibt es nun erstmal 8,5/10 der Amulettkopien, weil er mich bestens unterhalten hat, spannend war, die Atmosphäre besonders in der stillen Stadt mit den manipulierten Menschen super dargestellt wurde, am Schluss noch ein paar offene Dinge aufgegriffen wurden, zum Nachdenken und Spekulieren anregte, wieder ein wahres, geschichtliches Ereignis einer coolen Story zu Grunde lag und ich diese Amulettsache generell total spannend finde und auch noch nicht müde bin, Geschichten davon/darüber zu lesen smile Daumen_hoch


Das Cover ist ok, passt zum Roman. Mir gefällt der Stil oder Stilmix nur nicht ganz so, zumal Zamorra doch blond ist, oder hab ich das jetzt falsch? groes Grinsen

Auf der LKS konnte ich dann nochmal lesen, was ich zuvor schon teilweise gegoogelt hatte^^
Und auch hier finde ich, dass es die geschichtlichen Ereignisse wiedergibt und nicht die persönliche Meinung des Autoren.
Man muss da schon unterscheiden, ob man etwas über die Ansichten der im Roman vorkommenden Figuren liest, die auf geschichtlich festgehaltenen Ereignissen beruhen oder ob es sich da tatsächlich um die/eine Meinung des Autoren geht. Für mich traf da ersteres eher zu ... oder ich hab anders gelesen und es daher anders aufgefasst ... Augenzwinkern smile

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