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John-Sinclair-Forum ::: Gruselroman-Forum » Roman-Serien » Professor Zamorra » PZ1001-heute » Band 1168: Schatten über Torun
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Michael Michael ist männlich
Administrator




Dabei seit: 22.11.2007
Beiträge: 4658

06.03.2019 20:19
Band 1168: Schatten über Torun
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Polen, 1944
Die Wehrmacht verfolgt bei Thorn eine versprengte Widerstandsgruppe der polnischen Heimatarmee. Es ist nur noch eine Frage der Zeit, bis sie die schlecht bewaffneten, ausgehungerten und völlig erschöpften Männer und Frauen erreicht haben. Deren Todesurteil steht bereits fest. Die Fliehenden halten auf ein kleines, aber dichtes Wäldchen zu, zögern aber aus unersichtlichen Gründen, bevor sie zwischen den Bäumen Schutz suchen. Die Deutschen sind verwundert. Und noch irritierter sind sie, als die Polen mit Entsetzen im Blick wieder aus dem Wäldchen herauskommen – und direkt den Deutschen in die Arme laufen. Was kann so erschreckend sein, dass die Widerstandskämpfer den sicheren Tod vorziehen?

Geschrieben von Andreas Balzer
Erscheinungstag: 5.3.2019

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115614
Spätaufsteher Sptaufsteher ist männlich
König




Dabei seit: 17.06.2017
Beiträge: 760

12.03.2019 13:42
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Der Roman hat mir gut gefallen. Spannung, Atmosphäre und ein interessanter Schauplatz sorgten für einen kurzweiligen Lesespaß. Mit den polnischen Namen und Begriffen hätte man vielleicht etwas sparsamer umgehen können. Bei manchen Namen habe ich einen Knoten in die Zunge bekommen und mächtig gespuckt. Welcher Nicht-Pole kann sowas bitte sprechen? groes Grinsen

Es gibt die nächste Amulettkopie, aber dieses Exemplar verbindet sich zusätzlich mit den dunklen Mächten des Waldes. Es gibt also schon etwas Abwechslung, auch wenn alle Kopien nach wie vor böse zu sein scheinen. Zamorra bekommt es auch nicht in die Hände, sondern es schießt in den Himmel und ist verschwunden. Dadurch bietet sich immer noch keine Gelegenheit mal eine Kopie näher zu untersuchen. Bin mal gespannt wie und wann man da eine Wendung ins Thema bringt.

Was mir nicht gefällt, sind die politischen Themen. Das kann man mal machen, aber einige Autoren bringen es in jedem Roman. Das macht auf mich immer einen belehrenden Eindruck. Man muss dem dummen Leser sagen, was er über diese und jene Politik zu denken hat, welche Haltung er bei Umweltthemen einzunehmen hat etc.
Sicherlich gibt es Leser, die sowas mögen. Dazu gehöre ich nicht.

7/10 Amuletten

Das Cover gefällt mir nicht. Unten rechts sieht man übrigens Christian Lindner mit dunkler gefärbten Haaren.

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115765
Icho Icho ist männlich
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Dabei seit: 18.02.2018
Beiträge: 43

12.03.2019 16:55
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Der Spätaufsteher hat eigentlich schon alles gesagt zu diesem Roman.
Was die politischen Themen angeht: prinzipiell habe ich nichts dagegen wenn ein Autor in seinen Romanen etwas einfliessen lässt..diesmal fand ich es leider etwas too much.
Aber seltsamerweiser bezog das Heft seinen wirklichen Horror für mich persönlich, genau aus diesem Grund.
Deshalb tue ich mich einer objectiven Bewertung etwas schwer.
Das Heft lies sich flüssig und rasant lesen, aber halt etwas too much Politik.
Eine 6 wäre zu wenig, dafür hat mir der Schreibstil und die Story zu gut gefallen....8 wäre zu viel.
Macht 7/10 Amuletten von meiner Seite

__________________
PR, PZ, MX und quer durch den Grusel-Garten
Racing is life, anything that happens before or after is just waiting

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115767
Das Gleichgewicht Das Gleichgewicht ist männlich
Team




Dabei seit: 24.09.2008
Beiträge: 8937

15.03.2019 19:46
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Jeder ist mal dran, also darf nun auch Andreas Balzer einen Amulettkopie-Fall der Woche beisteuern. Er beginnt etwas überfrachtet mit einem Absatz im Spätmittelalter, einem Text in der Nazizeit. Danach drei Geschichtsstudenten in der Gegenwart und nochmal ein chinesischer Student, seinen Eltern und seiner Freundin.

Aber all diese Elemente sind wichtig für die Handlung. Ich hatte beim Heftteaser mehr Vergangenheitspassagen vermutet, die sich um die Nazizeit drehen. Ein heikles Thema, aber da PZ eine sehr historienträchtige Serie ist, hätte ich mir das gern angeschaut.



Normalerweise werden die Finder der Amulettkopien langsam mit dem Bösen infiziert und wandeln sich über einen längeren Zeitraum mit viel Fingerspitzengefühl der Autoren. Gut, es gab eine Ausnahme, als eine Trägerin bewusst vom Amulett gelenkt wurde, um gewisse Ziele zu erfüllen. Aber auch das hat Jahre gedauert. Der Geschichtsstudent Janusz wird jedoch sofort übernommen und böse gemacht.


„Aber Polen hatte sich verändert. Und auch in Toruń war das deutlich spürbar. Wie in ganz Polen brachen sich Fremdenfeindlichkeit und Nationalismus auch hier immer ungehemmter Bahn.“

Und Janusz ist so jemand. Er hat nicht nur abstoßende „ultranationalistische Ansichten“, sondern ist auch Stalker und reagiert auf Ablehnung direkt mal mit einer toten Katze vor der Haustür seiner Angebeteten.

Das erklärt, warum er direkt übernommen wurde. Er muss schnell vom ekelhaften Rassistenarsch zum Oberbösewicht-Rassistenarsch mutieren. Als erstes verwüstet er ein chinesisches Restaurant und greift die Familie des anderen Studenten an. Dabei haut er natürlich den ein oder anderen Klischeerassistenspruch raus.

In der Vergangenheitsszene haben die Rauchtentakel der Amulettkopie ihre Opfer getötet, plötzlich werden so Leute hypnotisiert und zum wütenden Rechtsmob, der Janusz unterstützt.

Auf den weiteren Seiten wird dann noch ein paar mal fallen gelassen, wie fremdenfeindlich Polen ist. Immer druff mit der Message, damit es auch der begriffsstutzigste Leser mitbekommt! Die chinesische Familie hat jedenfalls Kontakt zu den Neun Drachen. Das heißt für den Leser, dass aus dem Pool der vielen Nebenfiguren, die viel zu selten einen Auftritt haben, Chin-Li mithelfen darf. Das freut mich, ich mag die taffe Kriegerin.

Währenddessen ermittelt auch die Polizei. Janusz verhält sich zwar arrogant und total unsympathisch (muss er ja, als Klischeerechter), man kann ihm aber nichts direkt nachweisen und muss ihn wieder laufen lassen. Dabei plant er insgeheim, noch mehr Menschen zu kontrollieren, um sich eine kleine Armee aufzubauen. Also hat das Amulett ihn gar nicht böse gemacht? Ist der Träger dieses mal überhaupt nicht unter dem Einfluss des Schmuckstücks? Er ist schon immer ein Psychopath gewesen. Äh, ich meine natürlich Nationalist, aber das ist ja das gleiche. Im nächsten Wirtshaus übernimmt der Student dann weitere Menschen, während er eine kleine Hasspredigt hält.

Inzwischen ist Chin-Li in Toruń eingetroffen und kann versuchen, den Jungen aufzuhalten. Dabei leidet sie unter dem gleichen Phänomen wie viele Heftromancharaktere. Sie will keine Zivilisten mit auf ihre gefährliche Mission nehmen, aber weil die nicht sofort einwilligen, sondern doch unbedingt mit möchten, lässt sie sich direkt beim ersten Widerwort darauf ein. Außerdem offenbart sie sich ihrer neuen Begleiterin erschreckend schnell und ehrlich und beantwortet deren Fragen. Wie wohl ihr Geheimbund darüber denken würde?

Sie statten einem Antiquar einen Besuch ab. Der hat Janusz erst auf die Spur des Amuletts gebracht. Dabei kommt die Sprache auf den „weitverbreiteten Minderwertigkeitskomplex“ der Polen und wie sie ihre ruhmreiche Nation besonders herausstellen wollen. Jetzt reicht es aber mal langsam! Das ist schon Beleidigung. Außerdem, dass Fremdenhass falsch ist, ist eine Botschaft, die man als solche nicht bestreiten kann. Ob ein wenig Nationalstolz schändlich ist, steht auf einem ganz anderen Blatt. Andreas Balzer mag es sich vielleicht nicht vorstellen können, aber man kann seine Heimat lieben und trotzdem Fremde mit offenen Armen aufgeschlossen willkommen heißen. Sorry, jetzt fange ich auch schon an, meine persönliche Meinung in der Rezi unterzubringen. Das gehört sich nicht!

Zamorra wird derweil in Berlin von einem nervigen Vertreter eines „großen deutschen Privatsenders“ belästigt, der ihn und Nicole unbedingt in einer Show ausschlachten will. Der Autor schaut lieber gute ÖR Sender, als Privat-TV. Ich habe es begriffen. Noch irgendwas, das Andreas Balzer dem Leser mitteilen möchte? Er erhält einen Anruf von Chin-Li, die ihn um Hilfe bei der Sache bittet. Warum muss Zamorra so oft dabei sein? Gerade bei PZ sind die Nebenfiguren auch allein sehr stark. Gut, das ist wohl Geschmackssache.

Nun sucht Janusz mit zwei manipulierten Freunden den Antiquar auf und fragt ihn aus. Dabei wird er von Chin-Li überrascht. Es stellt sich heraus, dass die Menschen nicht nur übernommen wurden, sondern jetzt direkt mit dem Keim des Bösen infizierte Monster sind, die nicht mehr zu retten sind. In den Kampf mischen sich überraschend Zamorra und Nicole ein, die inzwischen sehr fix in Polen angekommen sind. Und aus irgendeinem unerklärten Grund wissen, wo gerade die Post abgeht. Der Nazistudent zieht sich erstmal zurück.

Die Helden suchen kurz den Fundort des Amuletts auf, dann geht es zurück nach Toruń für das Finale. Inzwischen hat Janusz die ganze Stadt zu seinen telepathischen Sklaven gemacht. Man stellt sich dem „nationalistischen Studenten“ (das Adjektiv ist ganz wichtig und muss ständig verwendet werden, damit der Leser weiß, worum es Balzer eigentlich geht) entgegen. Was er nicht weiß, ist dass man ein paar alte Schriften mit magischen Zeichen gefunden hat, mit denen man nun Chin-Li's Schwert präparieren konnte. So kann die ihn in einem Überraschungsmoment töten. Und die Leute sind wieder frei. Offenbar wurden sie diesmal nicht vom Keim des Bösen übernommen und sind nun Monster. Ah, ok.


Wie man vielleicht inzwischen mitbekommen hat, mag ich meine Unterhaltungsliteratur nicht mit persönlichen Meinungen und Botschaften des Autors versetzt. Ich muss aber zugegeben, das hätte dieses mal für die Geschichte schon Sinn gemacht. Wenn man es vorsichtig mit Fingerspitzengefühl einfließen lassen hätte. So nach dem Motto, Janusz ist eben Rassist. Wie ein normales Motiv, von dem das Amulett zehren kann. Faktisch zwingt der Autor dem Leser die Thematik aber total übertrieben auf.


Zwei Gedanken dazu, die nicht unbedingt mir dem Roman zu tun haben. Erstens, auf einer solchen Ebene wird man es nie schaffen, mit den Leuten ins Gespräch zu kommen und sie vielleicht zur Vernunft zu bringen. Und wenn es einer von fünfzig ist, war es das wert. Ich weiß wovon ich spreche, wenn ÖR Satiresendungen mal wieder über den dummen Sachsen-Wutbürger abgelästert wird, das fördert sicher einen vernünftigen Dialog. Alt

Zweitens sind nicht solche Arschlöcher die Gefahr, sondern der Wolfs im Schafspelz. Der sich charmant und freundlich gibt, der auf den ersten Blick scheinbar schlüssige Argumente hat.

Das gehört nicht hierhin, ich konnte es mir aber echt nicht verkneifen. Weitere Gedanken dazu schon, ich bin ja still.




Persönlich hat mich der Roman alle drei Seiten aufgeregt, weil Balzer wieder etwas eingestreut hat.
Aber schauen wir mal. Eine mittelmäßige Amulettgeschichte der Woche. Dass Chin-Li mitspielte gibt von mir Pluspunkte, der Umgang mit dem Fremdenhass-Thema auf diese Art dafür Minuspunkte.

groes Grinsen groes Grinsen groes Grinsen groes Grinsen Baff Baff Baff Baff Baff Baff (4 von 10 Amuletten), ich würde gern weniger geben.


PS. Auf der Leserseite nochmal sowas. Die Machtgier des Deutschritterordens und sein Handeln wird sehr einseitig betrachtet. Wer möchte, kann sich gern selbst mal informieren, aber so klare Bösewichte sind die nun echt nicht gewesen.



edit: Beruhigend, dass meine Vorredner das auch so sehen. Ich weiß, dass ich etwas empfindlich auf sowas reagiere.

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Aktuelle Lesereihenfolge:

1. Professor Zamorra
2. Maddrax
3. John Sinclair

4. Dämonenkiller (pausiert bis die Neuauflage aufgeholt hat, was ich aber garantiert nicht solange aushalten werde)

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