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John-Sinclair-Forum ::: Gruselroman-Forum » Roman-Serien » Professor Zamorra » PZ1201-1400 » Band 1222: Die Stadt der Untoten
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Michael Michael ist männlich
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Dabei seit: 22.11.2007
Beiträge: 4828

05.04.2021 00:09
Band 1222: Die Stadt der Untoten
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Die Häuser und Straßen der alten Hafenstadt waren in ein unwirkliches Licht gehüllt. Alles wirkte verlassen und leer, so als würde hier schon seit Jahren oder Jahrzehnten niemand mehr wohnen.
Von weither erklangen plötzlich klagende Laute. Als ob ein ganzer Chor seine Trauer und sein Leid hinausschrie.
„Hörst du das auch, chéri?“
Zamorra nickte. „Ich habe selten etwas Schaurigeres vernommen ...“

Autor(in): Veronique Wille
Erscheinungstag: 30.3.2021

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Wenn die Süße des geringen Preises verflogen ist, die Bitterkeit minderer Qualität wird bleiben.

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Horror-Harry Horror-Harry ist männlich
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Dabei seit: 23.09.2009
Beiträge: 3839

05.04.2021 13:06
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Da scheint wohl ein früheres Cover als Vorlage gedient zu haben:

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Das Gleichgewicht Das Gleichgewicht ist männlich
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Dabei seit: 24.09.2008
Beiträge: 10374

07.04.2021 12:31
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Nanu, hat man die hier Autoren vertauscht? Der urige Reiseführer durch Wismar mit den Fakten zum alten Schwarzweiß-Nosferatu passen eher zu Borner. Genau so wie die Namen des Touristengrüppchens. Maren, Annerose, Jörn und Gernot. Maren hat jedenfalls das zweite Gesicht und gar grausige Visionen. Oder wurde sie wirklich von einem altmodischen Vampyr angegriffen? Sie hat plötzlich zwei kleine Einstichmale am Hals. Und sieht später eine schaurige Gestalt vor ihrem Hotelzimmer. Und die, da gab es keinen Zweifel mehr, dem Nosferatu aus Murnaus Film verblüffend glich. So als wäre der legendäre Vampir tatsächlich von den Toten auferstanden. Die Stadtbesichtigung wird erstmal ohne die verschreckte Maren weitererzählt.

Ein halbes Jahr später stößt Zamorra im Schloss auf ein paar Internetfilmchen, die sich vom Darknet aus verteilt haben und eine mysteriöse Botschaft enthalten. Eigentlich kein Grund zur Aufregung. Doch darin ist auch Maren zu sehen, die seit einem halben Jahr tot ist. Ok, es gibt technische Tricks, wie auch Amateure sowas bewerkstelligen können oder vielleicht stammen die verwendeten Bilder einfach von der Zeit, als Maren noch gelebt hat. Aber die Autorin macht es sich einfach: Experten von Tendyke Industries haben den Clip ausgewertet und eine Fälschung ausgeschlossen. Fertig. Keine weiteren Fragen, die haben es halt drauf und sind bestimmt solche jungen Männer die in schwarzen Hoodies im abgedunkelten Keller sitzen und wild auf der Tastatur herumhacken, wie man es in den Berichten des ÖR sieht. Außerdem hat TI da so eine experimentelle Software zur Standortbestimmung. Es ist eigentlich auch nicht wichtig, aber man merkt halt schon arg, dass Veronique Wille keine wirkliche Ahnung von der Sache hat, über die sie da schreibt. Das gleicht sie dafür mit Murnau-Fakten aus.

In Wismar geht es weiter und ich bin immer noch unsicher, ob die Handlungen nun mit einer Lücke von einem halben Jahr spielen oder gleichzeitig und es einfach zwei Marens gibt. Vielleicht überrascht uns Veronique Wille auch mit einer ganz abstrakten Aufklärung. Die Gruppe betritt einen unheimlichen Nachtmarkt. Trotzdem – irgendetwas stimmte nicht, ohne dass er sofort sagen konnte, was es war. Jörn und Annerose haben Marens Mann Gernot wohl eine Falle gestellt und er bleibt hier gefangen.

Maren flieht vor der Gestalt vor ihrem Fenster. Sie spürt, dass ihr Unheil droht. Leider läuft sie ausgerechnet Annerose in die Arme, die ihr eine Projektion zeigt, in der sie gestorben ist. “Du bist eine Auserwählte“, flüsterte Annerose. „Er hat dich auserwählt. Du musst es endlich zulassen. Du musst es endlich begreifen.“ Wie Gernot vor ihr geht sie in die Projektion ein und wird Teil von ihr. Sie befinden sich in einem schattenhaften düsteren Wismar. Eine menschenleere Schwarz-Weiß-Dimension, aus der die beiden entkommen wollen. Was auch scheinbar gelingt, ich bin da skeptisch.

Weil Maren eine Auserwählte ist oder vielleicht auch weil sie das zweite Gesicht besitzt, kann sie sich vom dunklen Einfluss eher lösen. Sie will sofort abreisen. Gernot aber bleiben, schließlich haben sie die Übernachtungen schon bezahlt. Sie zoffen sich, aber schließlich gibt Gernot nach. Die Flucht scheint zu gelingen. Dann bauen sie einen Autounfall. Also spielt diese Handlung doch in der Vergangenheit und sie sind jetzt tot.

TIs superkrasses Suchprogramm hat inzwischen herausgefunden, wo Teile des Videoclips aufgenommen wurden. Auf geht es nach Wismar. Dort ist Maren offenbar in einer Zeitschleife gefangen und erlebt alles nochmal. Und der Leser bekommt auf 4 Seiten die bekannte Geschichte bis zum Autounfall noch einmal vorgesetzt. “Öde. Das ist öde!“, nörgelte Annerose. „Immer wieder der gleiche Scheiß. Warum lässt du sie immer wieder auffressen? Das habe ich jetzt hundert Mal gesehen.“ Aha, die beobachten also Marens Tragödie immer und immer wieder. Wie war das? Die Definition von Wahnsinn ist es, immer wieder das Gleiche zu tun und andere Ergebnisse zu erwarten. Wieso sollte Maren bei einer der Wiederholungen anders reagieren als sonst? Da müssten sie schon einen Faktor verändern. Aber für wen machen sie das und was soll das Ganze? Sie erwarten irgendeine bestimmte Reaktion von Maren, damit sie dann ihrem mysteriösen Meister gehört. Der will Maren nämlich unbedingt haben.

Was ist bis jetzt passiert? Maren hat grausige Dinge erlebt, die aber bereits geschehen sind und vorbestimmt waren, weil sie in irgendeiner Art Projektion oder Zeitschleife gefangen ist. Zamorra und Nicole sind auf die Videoclips aufmerksam geworden, die TI Software hat das ausgewertet und sie nach Wismar geführt. Erst im letzten Viertel des Heftes treffen sie dort ein. Der Großteil des Romans ist Vorgeplänkel. Ich brauche nicht unbedingt Geschichten, in denen der Titelheld mitspielt. Aber irgendeine Figur des PZ-Universums sollte doch bitte eingebunden sein. Und zwar nicht erst auf der letzten Etappe des Abenteuers.

Erstmal gibt es dann noch weitere Wismar-Facts. “Unser Gegner bleibt unsichtbar. Er ist und bleibt ein Phantom. Und bis auf die Videoschnipsel gibt es nicht den geringsten Beweis, dass irgendetwas Übernatürliches im Spiel ist.“ Sie sollten jetzt wirklich langsam mal etwas unternehmen, sonst stehen sie am Ende da und müssen sagen „Nici, ich habe die Lösung. Aber jetzt sind die Heftseiten zu Ende und ich kann den Killer nicht mehr fassen.“ Wäre irgendwie lustig.

Zamorra streckt im Hotel seine mentalen Fühler aus und „durchsucht“ die ganze Stadt. Nach der paranormalen Quelle. Das war mir damals in Paris schon zu übermächtig, wie er es komplett nach Paraspuren gescannt hat. Interessanter Weise ausgerechnet in einem Borner-Roman. Mhh. Um es schnell zu machen, finden sie ihren Gegner nicht nur. Er zieht Zamorra und Nicole körperlich zu sich in das Schwarz-Weiß-Wismar. Und irgendwie reisen sie mit jeder Minute weiter in der Zeit zurück. Sie finden relativ schnell das „Allerheiligste“ des Bösewichts.

Was macht der hier nun eigentlich? Und Warum? “Das alles sind von mir programmierte Wirklichkeiten! Die eine Wirklichkeit, die, aus der Sie und ich kommen, kennen wir zur Genüge. Meine programmierten Wirklichkeiten jedoch bieten unendliche Variationen!“ „Und warum der ganze Aufwand – wenn es denn stimmt, was Sie behaupten?“ „Ganz einfach: Um zu beweisen, dass ich es kann!“ Also kein Dämon oder Monster, sondern ein Klischeenerd, der mit seiner Idee überall auf Ablehnung gestoßen ist und nun Schlimmes damit anstellt, um sein Ego zu befriedigen. Warum hat er die Software nicht einfach an die Russen verkauft? Und er ist NOSFERATU-Fan, deshalb diese Szenen, in der die Seelen von Maren oder Gernot gefangen sind. Ich habe wohl irgendwie überlesen, was jetzt aber genau von Maren in der Simulation erwartet wird, damit sie dem Nerd gehört? Soll sie sich der dunklen Seite hingeben, statt vor dem Bösen zu fliehen?

Gerade als es zum finalen Kampf kommt, wird der virtuelle Nosferatu aktiv und vernichtet den Nerd, der die Figur eigentlich erst erschaffen hat. Damit löst sich auch die Simulation auf und die Helden sind wieder unbeschadet auf der Erde. Was? Das liest sich schon sehr danach, dass der Autorin die Seiten ausgegangen sind. Nosferatu greift den Nerd an, weil er ihm immer noch nicht Maren beschafft hat und er keine Geduld mehr hat. Das heißt, der Fall hätte diesen Ausgang auch ohne Zamorra und Nicole genommen. Selbst der kleine Teil, in dem sie mitgespielt haben, war unnötig. Und wieso programmiert der Kerl seinen Vampirbösewicht so, dass er ihm am Ende an den Kragen geht?

Dann gibt es noch einen Epilog, der ist aber nicht von Veronique Wille geschrieben, sondern von Adrian Doyle. Man muss den Leser wohl bei der Stange halten, hat man endlich kapiert. Bei all den Autorenbaustellen. Deshalb wird nochmal kurz Kelan erwähnt. Das hätte man sich sparen können, ich komme mir eher veralbert vor. Wegen zwei Seiten Worthülsen. Wenn man das wirklich als übergreifendes Hauptthema etablieren möchte, dann bitte richtig. Und nicht damit, dass Figurenschöpfer Weinland am Ende seiner Kollegen-Hefte kurz etwas hinklatscht.



Gleich mal zum wichtigsten Punkt. Ohne Autorenangabe hätte ich bei diesem Roman auf Simon Borner getippt. Eindeutig! Es gibt massig Fakten zum Nosferatu-Streifen, gleichartigen Filmen und Murnau. Außerdem zu Wismar. Dazu noch die „alten“ Figurennamen. Nur die kauzigen einheimischen Nebenfiguren fehlen.

Veronique Wille hat das Pech, dass mich der Roman nicht gepackt hat. Im Gefühl. In der Faszination dieser Schwarzweiß-Welt, die sehr ausführlich und stimmig beschrieben ist. Ich will ihr hier gar nicht mal die Schuld geben, vielleicht lag es eher an meiner Tagesform. Keine Ahnung. Rein faktisch ist aber zu bemängeln, dass Zamorra und Nicole erst im letzten Viertel des Hefts aktiv ermitteln. Und es hätte sie meiner Meinung nach nicht einmal gebraucht. Dem virtuelle Nosferatu wäre auch so der Geduldsfaden gerissen und er hätte seinen Schöpfer getötet, womit der Spuk endet. Gefahr für Zivilisten besteht sowieso keine. Die Seelen der in der Simulation gefangenen Menschen müssen wieder und wieder schreckliches Erleben. Das ist alles. Und die waren eh schon tot, niemand hat sie für das Projekt ermordet. Nee, für die Handlung gibt es kaum Punkte. Ich denke, man muss sich schon von der Stimmung des Hefts einfangen lassen, um einen Sinn darin zu sehen. Oder derartige Lokalromane lieben.

Kein Vergleich zu Willes Feuerfee. Ich hatte die Hoffnung, dass das der neue Qualitätsstandard der Autorin wird. War wohl nur ein kleiner Ausreißer nach oben.

großes Grinsen großes Grinsen großes Grinsen großes Grinsen Baff Baff Baff Baff Baff Baff (3,5 von 10 Amuletten). Ich will nicht zu fies sein.

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Aktuelle Lesereihenfolge:

1. Professor Zamorra
2. John Sinclair
3. Dämonenkiller

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ufo-bote
Mitglied


Dabei seit: 25.11.2018
Beiträge: 68

10.04.2021 00:07
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Ja, ich tat mich auch schwer damit, diesen Roman einzuschätzen. Ein Exposé das nicht für die Autorin gedacht war? Ein Thema das so irgendwie abgespult wurde? Selbst der Svantevit 2-Teiler war spannender. Vielleicht sollte sie den Roman ein wenig umschreiben, wenn der nächste Re-Start von MX kommt, vielleicht kann sie da aus Nosferatu eine(n) Nosfera machen …
Und als Erbsenzähler, auf S 46 steht auf einmal der falsche Partner am Auto (Jörn statt Gernot). Falsch ersetzt ?
Das wiederverwendete Titelbild ist das kleinste Übel an dem Roman.

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